Coffee To Go – Schaden Pappbecher der Umwelt?

Pappbecher Coffee To GoVor wenigen Jahren noch tranken die meisten Menschen Filter Kaffee. Ob auf dem Geburtstag von Oma und Opa oder beim Business Meeting mit den Kollegen – frisch gebrühter Kaffee gehörte dazu.

In letzter Zeit hat sich der Trend jedoch immer mehr dahin verlagert den Kaffee vom Bäcker in der „To Go“ Variante mitzunehmen.

Die großzügige Auswahl reicht von „Mocha-Soja-Latte“ bis hin zu Ice-Brew mit Vanille Geschmack. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Der große Unterschied ist jedoch, dass wir Kaffee heutzutage sehr häufig im Pappbecher, anstatt wie früher in Porzellantassen servieren.

Alleine in Deutschland gibt es heute über 1600 Coffeeshops, womit Deutschland nach dem Vorbild der USA nachlegt.

Leider hat dieser Trend für unsere Umwelt schlimme Folgen. Laut dem Naturschutz Bund WWF verbrauchen wir Deutschen jährlich ca. 6 Milliarden Einwegbecher.

 

Herstellung und CO2 Bilanz

Weltweit werden für die Herstellung von Pappbechern jedes Jahr rund eine halbe Million Bäume gefällt.

Keramikbecher als Alternative haben allerdings einige logistische Nachteile. Zuerst ist die Herstellung deutlich aufwendiger und verbraucht mehr Energie. Durch das höhere Gewicht erhöht sich der Spritverbrauch beim Transport und die Reinigung der Keramikbecher kostet Wasser und Spülmittel.

Dieser Prozess setzt enorme Mengen an CO2 frei, wodurch der Keramikbecher nicht unbedingt umweltfreundlicher ist.

Denn die Pappbecher können einfacher transportiert werden und verursachen keinerlei Umweltschäden durch den Abwasch.

Laut aktuellen Studien der niederländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung, sind Einwegbecher im Schnitt 20 % CO2-freundlicher als die Keramikgeschwister.

Keramikbecher lohnen sich erst, wenn diese mehrere Jahre lang genutzt werden und somit den Aufwand für die Herstellung und die hohen Transportkosten rechtfertigen. Dabei ist die Belastung der Umwelt umso geringer, je weniger der Becher gespült wird.

Sobald sie Keramikbecher etwa fünfmal ohne Spülen benutzen, sind diese besser für die Ökobilanz.

 

Was ist besser? Keramik oder Pappe?

Entscheidend ist die richtige Nutzung der Becher. Den durch die Pappbecher entstehenden Müllberg, können wir zum Beispiel dadurch verringern, dass wir die Becher nach Gebrauch nicht sofort wegwerfen.

Außerdem können Sie für unterwegs auch einen Coffee-To-Go Becher verwenden, was einige Coffeeshops sogar honorieren. Teilweise gibt es für Kunden die ihren eigenen Becher mitbringen einen Preisnachlass bis zu 0,60 €.

Sobald der Keramik Becher mindestens fünfmal am Tag ohne Spülen verwendet wird, ist er von allen die verträglichste Variante für unsere Umwelt.

Inzwischen gibt es sogar einige Startup, die sich dieses Problems angenommen haben. So arbeiten derzeit Studenten der TU Berlin daran, einen umweltfreundlichen Mehrwegbecher zu entwickeln.

Auch Studenten an der Uni Hohenheim arbeiten derzeit daran. Hier verfolgen Studenten ein Becher-Konzept, welches sie aus Australien aufgegriffen haben. Hierbei soll sich die Müllmenge um bis zu 92 % reduzieren.

 

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass es derzeit keinen wirklichen Sieger in punkto Umweltfreundlichkeit gibt. Allein das Nutzungsverhalten des Einzelnen entscheidet darüber, wie hoch die Umweltbelastung tatsächlich ausfällt.